Die Insel Rhodos » Geschichte & Kultur
 
Geschichte & Kultur von Rhodos



Mythologie

Der Sonnengott HeliosUm die rhodische Kultur besser verstehen zu können, ist die Kenntnis der Mythologie erforderlich. Vielerlei Mythen und Legenden ranken sich um die von den griechischen Göttern geliebte Sonneninsel Rhodos. Laut der Mythologie soll Rhodos aus dem Meer entstanden sein. Poseidon, der Gott des Meeres, passte auf die Insel auf. Wenn er gerade mal nicht da war, schaute seine schöne Tochter, die Nymphe Rode, nach dem Rechten. Eines Tages beschloss der Gottvater Zeus, sein Reich unter den Göttern des Olymp aufzuteilen. So bekam jeder Gott sein eigenes Gebiet zugesprochen. Gerade zu der Zeit als die Erde verteilt wurde, war Helios, der Sonnengott, auf seinem Weg, die Welt mit seinen Sonnenstrahlen zu erwärmen. Als Helios zurückkam, bemerkte Zeus, dass er den Sonnengott bei der Verteilung vergessen hatte. Deswegen wollte er die Erde neu aufteilen, doch Helios seinerseits schlug Zeus vor, ihm stattdessen eine Insel zu geben, die er auf seinen Reisen schon oft gesehen hatte. Dieses fruchtbare Eiland fand Helios besonders reizvoll. Tatsächlich bekam er die gewünschte Insel und nannte sie Rhodos, nach der bezaubernden Rode. Er hatte die Nymphe auf seinen Reisen kennen gelernt und sich in sie verliebt. Später nahm Helios seine große Liebe zur Frau. Das Paar soll sieben Söhne gehabt haben, die sogenannten Heliaden. Der Älteste von ihnen soll wiederum drei Söhne gehabt haben. Diese gingen in die Geschichte ein als Kamiros, Ialyssos und Lindos, die Gründerväter der wasserentsprungenen Insel Rhodos, die fortan von Helios, Beschützer von Rhodos, Lenker des Sonnenwagens und Sohn des Titanen Hiperion mit Sonne und Fruchtbarkeit überschüttet wurde.

Helios - Lenker des Sonnenwagens Die Insel Rhodos hat eine bewegte Geschichte hinter sich, denn über fast 5000 Jahre hinweg ist sie immer wieder aufs Neue besetzt, umkämpft, geplündert und ausgebeutet worden. Dieses lag nicht zuletzt an der strategisch guten Lage an dem Schnittpunkt wichtiger Seewege im östlichen Mittelmeer. Die einzelnen Epochen dieser Zeit können die Besucher noch heute erkennen. Und zwar an vielen, zum Teil restaurierten Gebäuden, welche als stumme Zeitzeugen die Vergangenheit gegenwärtig erscheinen lassen. In seiner älteren Geschichte wurde Rhodos von Karern, Mykenern, Doriern, Persern, Athenern, Spartanern, Römern und Byzantinern besetzt und verwaltet. Von 1309 bis 1522 folgte die noch heute allgegenwärtige Ritterzeit, welcher von 1522 bis 1912 die Türken folgten. Die meisten Rhodier kennen sich sehr gut mit der Geschichte ihrer Insel aus und bis heute, fast hundert Jahre später, haben die meisten es dem türkischen Volk nicht verziehen, die Griechen einst unterdrückt zu haben. Von 1912 bis 1943 waren die Italiener für kurze Zeit ansässig und auch die Deutsche Wehrmacht machte sich die Insel zu eigen, und zwar von 1943 bis 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich haben die Engländer die Deutschen von der Insel verjagt und verwalteten sie bis zum Jahr 1948. Der 7. März ist auch heute noch ein Nationalfeiertag auf der Insel Rhodos. Denn seit diesem Tag des Jahres 1948 ist Rhodos, zusammen mit den anderen Inseln der Dodekanés, wieder ein Teil des griechischen Staates. Heute ist Rhodos eine recht wohlhabende Insel und eines der beliebtesten Reiseziele Griechenlands. Die Rhodier sind stolz auf ihre Insel, Ihr Land und die Monumente der bewegten Vergangenheit.



Der Koloss von Rhodos

Der Koloss von RhodosDer sagenumwobene 'Koloss von Rhodos' gilt als das sechste der Sieben Weltwunder der Antike. Das riesige Monument war ca. 34 Meter hoch und wurde um das Jahr 292 v. Chr. wahrscheinlich am Mandráki-Hafen auf einem ca. 10 Meter hohen Steinsockel aufgerichtet. Sie war vollständig aus Bronze gegossen und dem Sonnengott Helios geweiht. Sie sollte an den erfolglosen Versuch der Belagerung durch den Makedonier Demétrios Poliorkétes erinnern. Dieser war seinerzeit von der Tapferkeit der Rhodier so beeindruckt, dass er unverrichteter Dinge abzog und seine Belagerungsmaschinen zurückließ. Die Rhodier verkauften diese, um die Heliosstatue bezahlen zu können. Den Auftrag sie zu bauen bekam Chares, ein Bildhauer aus Lindos. Er benötigte zwölf Jahre um den Koloss fertig zu stellen. Die Statue soll mit gespreizten Beinen über der Hafeneinfahrt gestanden haben, was jedoch nach heutigem Wissen aus statischen Gründen wahrscheinlich nicht möglich war. Bei einem Erdbeben um 225 v. Chr. ist die Statue an den Knien abgebrochen und umgestürzt. Aufgrund eines Orakelspruches von Delphi (was gut liegt, dass soll man nicht von der Stelle bewegen) blieben die Trümmer über 900 Jahre liegen. Aus der alten Überlieferung des Plinius erfährt man: "Der Sonnenkoloss erregt selbst noch so im Daliegen das Staunen aller, die ihn erblicken. Nur sehr wenige können seinen Daumen umfassen, seine Finger sind größer als sonst ganze Statuen." Nach der Eroberung der Insel durch die Araber um 653 n. Chr. wurde auch der noch stehen gebliebene untere Teil des Erzkolosses vom Sockel heruntergerissen und die gesamte Erzmasse zum Einschmelzen nach Edessa abtransportiert. Heute stehen rechts und links der Einfahrt zum Mandráki-Hafen der Hirsch (griech. Elafos) und die Hirschkuh (Elafia), welche die heutigen Wahrzeichen von Rhodos sind.




 
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