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Sehenswürdigkeiten auf Rhodos



Auf dieser Karte habe ich die, natürlich nur aus meiner subjektiven Sicht, wichtigsten Orte der Insel Rhodos vermerkt. Alle rot gekennzeichneten Dörfer und Sehenswürdigkeiten werden auf diesen Seiten noch näher beschrieben und sind mit dem jeweils entsprechenden Ziel direkt verlinkt. Ein Mausklick genügt...









Rhodos-Stadt

Der Mandráki-Hafen

Der Hirsch und die Hirschkuh in der HafeneinfahrtFährt man nach Rhodos-Stadt, so kommt man irgendwie unweigerlich immer an den Mandráki-Hafen, sei es mit dem Taxi oder dem Linienbus. Der Mandráki- Hafen ist 'der' Ausgangspunkt für jede Stadterkundung. Zahlreiche Gebäude in der Umgebung des Hafens erinnern noch an die italienische Besatzungszeit. Gegenüber dem Mandráki-Hafen liegt die Neá Agorá (der Neumarkt). Zu dem Wasser hin befinden sich an der Außenseite zahlreiche Cafes. Weiter Richtung Altstadt sind zwei weitere Hafenbecken. Im kleineren Becken liegen zahlreiche Fischerboote. Etwas weiter, in dem größeren Becken, legen die Fähren und die großen Kreuzfahrtschiffe an. In diesem Bereich wird die Altstadt von dem Hafen durch die gewaltige Stadtmauer getrennt. Sie verläuft, durch eine Straße getrennt, parallel zu dem Hafen. Kurz zur Geschichte des Hafens: Angelegt wurde er etwa 400 v. Chr. Er diente später den Johannitern als Kriegshafen, denn sie stationierten hier ihre Galeeren.

Die drei Windmühlen von Rhodos Nun aber wieder zurück in die Gegenwart: Eigentlich bis zum heutigen Tag hält sich das Gerücht, dass über der Hafeneinfahrt einmal der 'Koloss von Rhodos', eines der Sieben Weltwunder, gestanden haben soll. Aus statischen Gründen war das aber wahrscheinlich nicht möglich. Deshalb geht man mittlerweile davon aus, dass die Statue etwas vom Hafen entfernt gestanden haben muss. Im Hafen selbst liegen viele Ausflugsboote (für Badetouren entlang der schönen Ostküste und Tagesausflüge z. B. nach Sımi oder Lindos) sowie Yachten und Segelboote aus der ganzen Welt. Ich empfehle einen Spaziergang entlang der Ausflugsboote bis zu der langgezogenen Mole, auf der die drei Windmühlen von Rhodos stehen. Am Ende der Mole befindet sich die kleine Festung 'Agios Nikolaos' aus dem 15. Jahrhundert (die Windmühlen sind etwa gleich alt). Links und rechts der Hafeneinfahrt stehen auf Säulen Elafos und Elafina, der Hirsch und die Hirschkuh, die die Wappentiere und gleichzeitig das Wahrzeichen der Insel Rhodos darstellen.


Die historische Altstadt

Der Brunnen am Ippókratu-Platz Die historische Altstadt von Rhodos-Stadt ist eine höchst beeindruckende Stätte des Mittelalters, welche sehr interessante Winkel in sich birgt, aber man muss eben manchmal ganz bewusst nach links gehen, wenn sich die Masse nach rechts bewegt. Die alte Stadt ist auch heute noch voller Leben. Hier wird die wechselvolle Geschichte der Insel lebendig. Vor allem die Zeit der Kreuzritter sowie die Jahre der Türkenherrschaft haben ihr Bild geprägt. Mit ihrer bewegten Vergangenheit ist sie eine sehr außergewöhnliche Stadt, mit ihren historischen Plätzen und schmalen Gassen, die soviel Flair haben, das man den ganzen Tag hindurch schlendern kann, ohne zu bemerken, wie die Zeit vergeht. Die Plätze sind - damals wie heute - beliebter Treffpunkt für Jung und Alt, für Rhodier und Besucher der Insel. Hier spürt man noch viel von dem ursprünglichen griechischen Leben, erhascht vielleicht einen Blick in eine Schusterwerkstatt oder den Laden des Barbiers, sitzt in einem Lokal mit alten Gewölben, oder auf einer der Dachterrassen, mit Ausblick über die Dächer der Stadt und die gewaltige Festungsmauer. Archäologische Stätten, Museen, Kirchen, und mehr als 2400 Jahre Geschichte machen es einem leicht, diese fantastische Stadt zu lieben.

Über den Dächern der Altstadt Die drei antiken Stadtstaaten Ialysoss, Kamiros und Lindos gründeten um das Jahr 408 v. Chr. die Stadt Rhodos. Angedachtes Ziel dieser neuen Stadt sollte es sein, die Handels- und Wirtschaftsmacht der Insel, mit einem strategisch gut gelegenen Hafen, zu verbessern. Sie wurde erbaut nach den Plänen des Hippodamos aus Milet. Der Plan der drei Stadtstaaten ging auf; Rhodos blühte auf und gedieh schnell zu der wichtigsten Handelsmacht in der Ägäis. Die Stadt widerstand feindlichen Belagerungen und behielt auch nach dem Ableben von Alexander dem Großen im Jahr 322 v. Chr. ihre Unabhängigkeit. Auch kulturell hatte die Insel Rhodos schon immer ein hohes Niveau. Insbesondere durch die Bildhauer, wie z.B. Charis, der den 'Koloss von Rhodos' herstellte. In der Stadt sind aus den Jahrhunderten zwischen dem Untergang des Römischen Reiches und der Ankunft der Ritter einige Kirchen und andere Gebäude noch sehr gut erhalten.

Die mächtige Stadtmauer Aus der Kreuzritterzeit (1309 bis 1522) stammt u. a. die mächtige Stadtmauer, die seinerzeit zur Verteidigung gegen die Türken errichtet wurde, und einige Paläste. Nachdem die Türken die Kreuzritter aber dennoch vertreiben konnten, bauten sie Moscheen, ergänzten viele der Kirchen mit Minaretten und setzten zahlreichen Häusern hölzerne Erker auf. So wurde die Stadt im Verlaufe der Jahrtausende ein Puzzle aus den verschiedensten Epochen und Stilrichtungen. Denn auch die Italiener bauten, renovierten und restaurierten während ihrer Besatzungszeit (1912 bis 1943) und setzten damit auch für ihre Herrschaft einige bauwerkliche Denkmäler in das Mosaik von Rhodos. Leider rissen die Bomben des Zweiten Weltkrieges einige Lücken und zerstörten einen Teil der Stadt. Heute erweitert der neugriechische Geschäftssinn sowie die internationalen Touristen das Bild. Der Erhaltungszustand der alten Stadt ist so gut, dass sie als Kulisse für zahlreiche, im Mittelalter spielende Filme diente. So wurde die gesamte Altstadt im Jahre 1988 von der UNESCO zum welthistorischen Kulturerbe erklärt. Beeindruckend sind auch die mächtigen Stadttore. Bei einem Rundgang über die Stadtmauern wird deutlich, mit welchen Aufwand sich die Ritter gegen die türkischen Feinde schützten.

Die RitterstraßeBei einem Blick in die alte Ritterstraße, bedarf es nur wenig Phantasie, um sich vorstellen zu können, wie sich einst Adelige aus ganz Europa hier tummelten. Die Ritterstraße war die Hauptstraße des Viertels, welches Collachium genannt wurde. Hier lebten die Ritter. Zahlreiche ihrer Hospitale und Arsenale haben sie hier gebaut. Sie ist die einzige vollständig erhaltene Wohnstraße aus dem 16. Jahrhundert in Griechenland und eine der sehr wenigen in ganz Europa. Die prachtvollen, im spätgotischen Stil erbauten Häuser tragen zahlreiche steinerne Wappenschilder, als Zeichen der Orden und der unterschiedlichen Großmeister. Die Häuser der Ritterstraße dienen heute größten Teils als Bürogebäude. Die kerzengerade verlaufende Straße beginnt an der Stadtmauer, die an der Hafenseite liegt, und endet weiter oben am Großmeisterpalast.

Der Großmeisterpalast (Blick vom Mandráki-Hafen)Eine Besichtigung des Großmeisterpalastes sollte für jeden Besucher der Insel ein fester Bestandteil sein. Sofern die Pforten des Palastes geöffnet sind, lohnt sich neben der Teilnahme an einer Führung auch ein Spaziergang durch den geschmackvoll angelegten Garten. Abends finden in diesem Garten 'Ton- und Lichtshows' statt, in denen der erbitterte Kampf der Johanniter gegen die Türken effektvoll und sehr gut verständlich in Szene gesetzt wird. Während die Geschichte mit entsprechender Geräuschkulisse erzählt wird, werden einzelne Gebäudeteile des Palastes angeleuchtet. Die Vorführungen gibt es in mehreren Sprachen, am Eingang kann man nachlesen, wann sie in deutscher Sprache stattfinden. Des weiteren befindet sich im Palast eine Ausstellung über das Rhodos der Antike, mit Statuen aus der hellenistischen und römischen Zeit und vielem mehr.


Das Aquarium

Das AquariumAm nördlichsten Punkt der Insel wurde von 1934 bis 1936 in Rhodos-Stadt das Aquarium gebaut. Als italienische Hinterlassenschaft aus deren Besatzungszeit gilt es als erstes Aquarium Griechenlands überhaupt. Der eher zierlich wirkende Pavillon, in welchem man eher ein Jugendstil-Cafe vermuten könnte, diente bis 1945 ausschließlich als Biologisches Institut. Danach wurde es umbenannt in 'Griechisches Hydrobiologisches Institut' und es ist noch heute Forschungsstätte und Museum zugleich. Im Keller sind die Aquarien und ein Meeresbiologisches Museum untergebracht. Und hier präsentiert sich auch die Unterwasserwelt mit einem Großteil der im Mittelmeer lebenden Meerestiere und -pflanzen jährlich ca. 200000 Besuchern. Und zwar sowohl in lebendigem als auch in mumifiziertem Zustand. Wassertiere wie Seehunde, Schildkröten, Haie und Wale können hier bestaunt werden. Des weiteren gibt es Erläuterungen zu den Lebensbedingungen, eine Aufklärung über die Schutzmaßnahmen sowie den Umgang mit diesen Lebewesen. In den angeschlossenen Labors untersuchen Wissenschaftler die jeweiligen Lebensräume der Meeresbewohner und forschen nach Möglichkeiten, um die besonders bedrohten Gattungen zu retten. Sie veranstalten Seminare zur Aufklärung mit Studenten und Fischern und fahren mit ihrem 62 Meter langen Forschungsschiff 'Aegaeo' rund um die Insel, um vor Ort zu recherchieren.




Liebenswertes Sımi

Das Hafenstädtchen GialósSımi, eine Schwesterinsel von Rhodos, sehr nahe der Türkei gelegen, ist vom Mandráki-Hafen in ca. zwei Stunden zu erreichen. Auf der Insel gibt es keinen Tropfen Wasser. Es gibt weder Quellen, noch regnet es ausreichend, so dass das lebensnotwendige Nass fast täglich von Rhodos mit Tankschiffen geliefert werden muss. Das Herz der Insel Sımi schlägt in dem Hafenstädtchen Gialós, dessen einzigartigem Charme sich niemand entziehen kann: pastellfarbene Häuser im neoklassizistischen Stil und liebevoll restaurierte Villen. Ein Geflecht aus engen Gässchen und schmalen Treppen bestimmen das Bild von Gialós. In dem oberen Teil der Stadt, Chorió, gibt es noch zahlreiche typisch griechische Tavernen. Doch lediglich wenn die Ausflugsboote aus Rhodos im Hafen anlegen, kommt für eine kurze Zeit Leben in die sonst ruhigen Straßen; abends geht dann alles wieder seinen eher gemächlichen Gang. Die Einheimischen auf Sımi leben neben dem Tourismus hauptsächlich von der Schwammfischerei. Die meisten Touristen kaufen sich einen oder mehrere dieser Schwämme, die es in sämtlichen Größen und Variationen gibt, als Souvenir. Schöne Kiesstrände, glasklares Wasser sowie kaum Autos garantieren auf Sımi Badespaß und Erholung pur.

Hafenidylle in GialósIm Süden der Insel Sımi befindet sich noch das Kloster Panormitis, welches ebenfalls einen Abstecher wert ist. Wenn man im Mandráki-Hafen eine Sımi-Tour mit einem der vielen Ausflugsschiffe bucht, ist ein Besuch dieses Klosters meistens mit inklusive. Panormitis ist nach Pátmos das wichtigste Kloster des Dodekanés und es wird leider auch entsprechend vermarktet. Daher wird man normalerweise kaum einen ruhigen Augenblick hier erleben können. Wer die Anlage richtig kennen lernen will und die Möglichkeiten dazu hat, der sollte hier übernachten. Gegründet wurde das Kloster während der Zeit des Byzantinischen Reiches und ist dem Erzengel Michael geweiht. In antiker Zeit stand hier ein Poseidon-Tempel, auf dessen Ruinen das erste Kloster erbaut wurde. Die alte Klosteranlage wurde jedoch während der osmanischen Herrschaftszeit zerstört. Das heutige Kloster Panormitis ist eine Neugründung aus dem 18. Jahrhundert, denn das alte Kloster wurde nach der Zerstörung aufgegeben. Die Kirche mit dem markanten Turm und ihrer schön geschnitzten Altarwand entstand um das Jahr 1783.




Das Bergdorf Siana

Die Dorfkirche in SianaSiana ist ein beschauliches Bergdorf, das südwestlich des Attáviros liegt. Es ist ein typisches Straßendorf, weil fast alle Häuser direkt an der Durchgangsstraße liegen. Das Dorf ist sehr beschaulich, nur um die Mittagzeit stören zahlreiche Busse mit Urlaubern, die Inselrundfahrten machen, die ansonsten verschlafene Atmosphäre ein wenig. Wenn die Busse wieder weg sind, kann man gemütlich in einer der Tavernen sitzen, welche sich entlang der Straße befinden. Siana ist bekannt durch seinen leckeren Pinien- und Thymianhonig, dem Souma, einem hochprozentigen Tresterschnaps (ähnlich dem ital. Grappa) sowie seinem guten Schafskäse und natürlich Wein. Eine der kleinen Straßentavernen ist die von Minas Diakogeorgiou, einem sehr freundlichen und aufgeschlossenen Rhodier. Ich habe ihn persönlich kennen- und schätzen gelernt. Bei ihm sind wir im August 2003 während einer Motorradtour eingekehrt und haben all die leckeren Sachen wie z.B. Thymianhonig, Feigen oder Souma aus eigener Herstellung probiert. Eine Flasche Souma haben wir ihm natürlich abgekauft. Wer das griechische Leben abseits des Touristenrummels liebt, ist in Siana am Ziel seiner Träume angekommen. Ebenfalls erwähnenswert ist die moderne und wunderschöne Dorfkirche in Siana. Diese wurde Mitte der siebziger Jahre mit Wandmalereien im byzantinischen Stil geschmückt, die den heiligen Panteleimonas zeigen, dem die Kirche geweiht ist.




Die Burganlage von Monolithos

Der Monolithos-FelsenDas Dörfchen Monolithos liegt an der Westküste, etwa 70 km von Rhodos-Stadt entfernt. Der Ort selbst lohnt eigentlich keinen langen Aufenthalt. Fährt man allerdings der Beschilderung Richtung Burganlage nach, erreicht man nach ca. 3 km die Überreste einer Johanniterburg, die sich auf einem 240 Meter hohen, riesigen Monolithen befindet. Die Burganlage von Monolithos (griech. mono = einzeln, litho = Stein) ist sehr eindrucksvoll (tolle Tiefblicke mit wunderschönen Farbspielen zwischen grünen Pinien und blauem Meer), jedoch trotz der relativ großen Entfernung zu Rhodos-Stadt touristisch sehr bevölkert. Ein einzelner, riesiger Felsbrocken vor einer einzigartigen Ägäis-Kulisse. Die Festung ist über Treppenstufen zu erklimmen und ist die südlichste Johanniterburg (erbaut im Jahr 1476) auf Rhodos. Heute kann man leider nur noch die Außenmauern des aus der byzantinischen Zeit stammenden Kastells besichtigen. Auf dem Felsen befindet sich aber auch noch eine kleine Kapelle, die weiß getünchte Agios Panteleimos.

Tipp: Man sollte die Straße dahinter einfach weiter hinunter fahren (macht bloß kaum jemand und schon gar kein Bus!) und nach etwa acht km ist man dann am Ende der Straße ganz unten am Meer angelangt. Dort kann man dann einen sagenhaften Flecken entdecken: die Fourni-Strände! Außer den herrlichen Badegelegenheiten bietet sich dort auch noch eine historische Rarität: Rückzugshöhlen der hier in früherer Zeit verfolgten Christen im wellenumspülten Fels (inklusive Kapelle und Grabkammer). Die Höhlen liegen hinter dem die Bucht abschließenden Felssporn, sind über einen Steig an der linken Kante problemlos zu erreichen und einen Spaziergang nach dem Sonnenbad wert.




Die Thermalbadanlage in Kalithea

Die Thermalbadanlage von Kalithea Kalithea liegt an der Küstenstraße Rhodos-Stadt-Faliraki, etwa 10 km von der Hauptstadt entfernt an der Ostküste. Die Buslinie 20 von dort kommend hält auch direkt vor Kalithea. Von der Bushaltestelle sind es nur noch etwa 300 Meter Fußmarsch zu der antiken Thermalbadanlage, deren typisch orientalische Architektur auch heute noch beeindruckt. Die runde Badehalle mit der Kuppel bildet dabei den Mittelpunkt der Anlage, welche in ein großes parkähnliches Gelände eingebettet liegt. Besonders schön ist die Thermalbadanlage im Mai, wenn noch alles grün ist und viele Blumen in der Blüte stehen. Beeindruckend sind auch die teilweise ziemlich großen Agaven. Direkt in der Nähe gibt es ein kleines Lokal, in dem man kühle Getränke und auch einige sehr gute Speisen bekommt. Eine kleine und wunderschöne Badebucht hat Kalithea auch noch zu bieten. Sie wird von zahlreichen Palmen gesäumt und ist Treffpunkt von Tauchern und Schnorchlern. Die Boote mit den Tauchschulen aus Rhodos-Stadt kommen fast täglich hierher. Rund um die Bucht - teilweise auf Felsplatten - stehen Sonnenschirme und Liegen zur Verfügung. Auch in der Hochsaison findet hier jeder noch ein freies Fleckchen.




Die Anthony-Quinn-Bucht

Die Anthony-Quinn-BuchtDie atemberaubend schöne Bucht wurde nach dem berühmten amerikanischen Schauspieler benannt, der sie während der Zeit der griechischen Militärdiktatur für seine Darstellung des 'Aléxis Sorbás' in dem gleichnamigen Spielfilm zum Geschenk erhielt. Der war so mit dieser Rolle verwachsen, dass ihn viele seither für einen Griechen halten. In den 90er Jahren wurde diese Schenkung dann aber von gerichtswegen rückgängig gemacht. U. a. wurde in der Bucht auch der Film 'Die Kanonen von Navarone' gedreht, ebenfalls mit Anthony Quinn in einer der Hauptrollen. An den Schauspieler erinnern aber heute nur noch der Name und die Reste eines Absperrtores. Die Schönheit dieser Bucht aber bleibt! Sie liegt landschaftlich sehr reizvoll zwischen schroffen Felsen. Und da es nicht gleich tief ins Wasser geht, ist dieses Gewässer durchaus auch für Kinder geeignet (aber Badeschuhe anziehen).

Die Anthony-Quinn-BuchtDie Bucht ist ebenfalls für Schnorchler interessant, denn zwischen den Felsen und vielen Riffen findet man eine tolle Unterwasserwelt in glasklarem Wasser vor. Sonnen kann man sich entweder an den schmalen Strandabschnitten oder auf den zahlreichen flachen Felsplatten. Man findet hier zwar keinen besonders bequemen Strand vor und keine auffällige Anfahrt, keine Kioske oder sonstige Attraktionen. Aber ein tolles und klares (und sehr kaltes!) Wasser in einer sehr fotogenen Umgebung. Ich selbst habe mich schon am kristallklaren Wasser der Anthony-Quinn-Bucht erfreut und kann dieses wunderschöne Stück Natur nur jedem empfehlen. Sollte man während seines Aufenthaltes Hunger oder Durst verspüren (soll ja schon mal vorkommen), dann gibt es etwas weiter oben auch eine kleine Taverne, in welche man einkehren kann. Sehr lecker, reichlich und nicht zu teuer, lautet mein persönliches Urteil. Darüber hinaus hat man von dort aus einen sehr schönen Blick über die gesamte Bucht.




Eptá Pigés - die Sieben Quellen

Der Wasserfall im Tal der Sieben QuellenEtwa 3 km westlich von Kolımbia, direkt an der Straße nach Archipolis, liegt das Tal der Sieben Quellen (griech. Eptá Pigés). Inmitten eines dichten Pinienwaldes befindet sich hier eine idyllische Naturschönheit. Überall hier ist eine tiefgrüne, üppige Vegetation zu bewundern. Es gibt einige Quellen aus denen das Wasser plätschert und zu kleinen Bächen zusammenfließt, welche das ganze Tal durchziehen. Diese Bäche, auf denen sich zahlreiche Enten tummeln, trocknen selbst im Hochsommer nicht aus. Sie fließen alle gemeinsam über einen kleinen Wasserfall in einem Stausee zusammen. Diese Art eines Bewässerungssystems wurde um das Jahr 1930 von den Italienern für die umliegenden Felder bis hin nach Kolımbia auf der einen, und bis Archipolis auf der anderen Seite angelegt. Dieses System ist heute immer noch nahezu funktionstüchtig. In dem Tal befindet sich auch eine kleine Taverne, in der man in einer einzigartigen Atmosphäre sehr gut und günstig essen kann. Ohne Zweifel ist die Hauptattraktion in dem malerischen Tal der Tunnel. Rund 180 m lang fängt er nahe der Taverne an, führt durch einen Berg und endet schließlich am Stausee. Für Abenteuerlustige ist es ein großer Spaß, den engen Tunnel durch das knöchelhohe und sehr kalte Wasser zu Fuß zu durchqueren. Erst nachdem man die Hälfte der Strecke durch das Wasser gewatet ist, kann man Licht am Ende des Tunnels erkennen. Wer allerdings unter Platzangst leidet, sollte stattdessen lieber einen kleinen Spaziergang zu dem Stausee unternehmen. Möglicherweise wird man sogar verfolgt von einem der zahlreichen Pfauen, welche sich hier angesiedelt haben. Sollte man trotzdem keinen der anmutigen Vögel sehen - hören kann man sie immer.




Tsambika

Moni Tsambika

Die kleine Kapelle auf dem KlosterbergDie kleine Wallfahrtskapelle Moni Tsambika befindet sich hoch oben auf dem Gipfel des Klosterberges ganz in der Nähe von Kolımbia. Die Wünsche vieler Frauen ohne Kinderglück wurden hier schon erhört. Bis etwa auf die halbe Höhe des Berges kann man fahren, dann beginnen die nummerierten Treppenstufen (insgesamt über 300 Stück) durch den schattigen Wald - ein tolles Erlebnis. Der relativ beschwerliche Anstieg wird dann jedoch durch einen unbeschreiblichen Tiefblick in die Tsambika-Bucht belohnt; eine einmalige Aussicht, die sofortige Erholung nach den anstrengenden Treppen bietet. Nach einer Ruhepause und der ersten Begeisterung über die tollen Fotomotive sollte man aber unbedingt die kleine Kapelle besichtigen. Vielleicht ein paar Sätze zur Legende: Tsambika, das ist ein Wort aus dem rhodischen Dialekt, das frei übersetzt 'Feuerschein' bedeutet. Ein Ehepaar blieb kinderlos und hatte die Hoffnung auf Nachwuchs schon fast aufgegeben. Da sah der Mann eines Nachts oben auf dem Berg einen Feuerschein. In der nächsten und der darauf folgenden Nacht wieder. Er wanderte hinauf und fand an der Stelle des Feuerscheins eine Ikone der Muttergottes. Da gelobte er ihr, ein Kloster für sie zu errichten, wenn seine Frau schwanger werden würde. Als er nach Hause kam, sagte ihm seine Frau, dass sie ein Kind erwarteten. Die beiden bekamen ein Mädchen, das sie Tsambika, Feuerschein, nannten. Daraufhin hielt der Mann sein Versprechen und errichtete das kleine Kloster. Tsambika und Tsambikos sind auch heute noch typisch rhodische Vornamen.

Tsambika Beach

Der Tsambika-Strand (Blick vom Klosterberg)Der feinsandige Strand in der Tsambika-Bucht ist ganz ohne Frage einer der schönsten auf der ganzen Insel. Weit und breit keine Hotels oder sonstigen Bauten 'zerstören' diese einzigartige Kulisse. Am Tsambika-Strand erstreckt sich auf Hunderte von Metern feinster Sand. Auf den beiden Seiten der Bucht befinden sich vom Wind aufgehäufte hohe Dünen. Für das leibliches Wohl gibt es eine Taverne, einen Kiosk und Beach Bars. Der Strand ist auch für Familien mit Kindern bestens geeignet. Selbst im Wasser wird man kaum einen Stein finden. In den warmen Sommermonaten ist es hier zwar ziemlich voll (es hat sich eben herumgesprochen, wie schön dieser Strand ist), trotzdem findet man eigentlich immer einen freien Platz, denn die Bucht ist recht langgezogen. Wenn es also vorne, da wo die Straße hinunter kommt, zu voll ist, geht man eben etwas weiter in die eine oder andere Richtung. Liegen und Sonnenschirme erhält man gegen eine recht erschwingliche Gebühr. Und Wassersport wird ebenfalls angeboten (Wasserski, Bananenboot, Paragliding).




Lindos - die Perle von Rhodos

Das malerische Dorf Lindos wird 'Die Perle von Rhodos' genannt, weil sich die kleinen weißen Häuser des Dorfes wie eine Perlenkette um den Berg legen. Lindos steht schon seit Jahren unter Denkmalschutz und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Es ist eine der bedeutendsten Stätten der Antike und sicherlich einer der idyllischsten Orte in ganz Griechenland.

Lindos - die Perle von RhodosAufgrund seiner sehr schönen Lage auf einer bergigen Halbinsel, umgeben von traumhaften Badebuchten, ist Lindos ganz sicher eine der Hauptattraktionen der Insel Rhodos. Die vielen kleinen Häuschen, die sich an schmale Gässchen schmiegen, werden überragt von einer mächtigen Akropolis. Weil im Ort Autos verboten sind, kann man den recht steilen Weg zur Akropolis nur zu Fuß oder auf dem Rücken eines Esels (auch Lindos-Taxi genannt) bewältigen. Von dort aus blickt man auf das grün schimmernde Wasser malerischer Buchten, welche das Dorf einrahmen. Leider sind die Sandstrände um Lindos sehr überlaufen, aber traumhaft schön. Jeder Lindos-Besucher, beginnt seine Tour zunächst auf dem Freiheitsplatz, der Platia Elefterias. Der dortige Brunnen mit seinem frischen Quellwasser, dient heute noch den müden Touristen als Erfrischung. Noch vor einigen Jahren stellte er die Wasserversorgung für das gesamte Dorf mit seinen 950 Einwohnern dar. Ins Dorf führt nur eine einzige schmale Straße, die Odos Akropoleos. An der nächsten Ecke warten dann die Esel und deren Treiber auf nicht lauffreudige Besucher. Mittelpunkt des Dorfes ist die Marienkirche, welche 'Maria Entschlafung' geweiht ist. Dieses Gotteshaus wurde im 14. Jahrhundert gebaut und 1490 vm Großmeister Pierre d'Aubusson restauriert. Im Jahr 1779 malte es der Künstler Gregorios von Sımi mit kunstvollen Wandmalereien aus. Imposant anzuschauen ist ebenfalls der holzgeschnitzte Bischofsthron und die üppig vergoldete Ikonostase - beides Werke des 17. Jahrhunderts. Von hier aus führen zahlreiche schmale Gassen in das Innere des Dorfes.

Typisches Gässchen in LindosKurz zu der Geschichte von Lindos: Laut Überlieferungen wurde die antike Stadt von Lindos, Bruder von Ialysoss und Kamiros gegründet. Auf dem Berg wurde einst eine mächtige, mit Zinnen gekrönte Stadtmauer um die mittelalterliche Burg errichtet. Um diese herum wurde das Dorf mit seinen weiß getünchten Häusern angelegt. Die Häuser zeugen vom einstigen Wohlstand der Lindier zu der Zeit türkischer Besatzung um die letzte Jahrhundertwende, als Emigranten, die nach Amerika ausgewandert waren, ihren Familien in Lindos Geld schickten. Unter den Türken erfreuten sich die Lindier sehr guter Geschäftsbeziehungen im Seehandel. Die lindischen Seeleute trieben Handel im gesamten östlichen Mittelmeer. Von daher dienten die verschiedensten Stilrichtungen als Anregung bei der Errichtung ihrer Wohnhäuser. Sie kombinierten byzantinische Elemente, mit denen anderer Inseln und Arabiens zu einem wahren Kolorit. Typisch sind Kieselsteinmosaike zur Verzierung von Böden und Innenhöfen sowie die kunstvoll bemalten Holzdecken und die Innenwände.




Das Off-Road-Paradies Prassonissi

Prassonissi Dieses Gebiet 'zwischen den Meeren' im äußersten Süden von Rhodos ist zwar nicht mehr ganz so einsam und verlassen, aber von überwältigender Schönheit. Der südlichsten Spitze von Rhodos ist eine kleinere Insel vorgelagert, welche Prassonissi (griech. die grüne Insel) heißt. Dort befindet sich ein wunderschöner Leuchtturm. Eine riesige Sandbank trennt die Südspitze vom rhodischen Eiland und wenn man ein wenig Glück hat, ist der Weg dorthin begehbar (manchmal sogar befahrbar). Meistens ist dieses aber leider nicht der Fall, dann ist die Sandbank vom Wasser überflutet; und zwar von Westen durch die wilde und aufgewühlte Ägäis und vom Osten durch das ruhige Mittelmeer. Diese Dynamik gibt einen tollen Reiz und ist auf jedem Schritt spürbar. Übrigens: Die letzten acht km Anfahrt ab Katávia durch ein militärisches Sperrgebiet (die Straße besser nicht verlassen!) sind auf ihre besondere Art sehr interessant. Und die Aussage vieler Reiseführer, dass die Straße schlecht befahrbar ist, stimmt nicht! Sie ist neu und sehr gut ausgebaut.

Der Strand von Prassonissi ist unbeschreiblich schön. Dieses Gebiet ist ein Paradies für Surfer. Weit ab aller großer Ferienzentren ist hier ein kleiner Ort entstanden, mit Tavernen, Geschäften und sogar einigen Appartements. Der ca. 1 km lange, breite Sandstrand ist der ideale Platz zum Surfen, Sonnen und Baden.

Tipp: Fahrzeug bei den Tavernen (in denen man übrigens sehr gut und preiswert essen kann) abstellen und barfuss(!) über den Sand laufen so weit es eben geht: ein tolles Gefühl in den Füßen, man denkt, das Meer unter dem Sand zu spüren!









 
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